Nocturnal Rewilding: Licht relational denken in der nächtlichen Stadt


10. Dezember 2026 | 12-13 Uhr | Lunch Talk mit Nitin Bathla und Norman Backhaus, Universität Zürich




Ein Schnitt durch die Dreikönigbrücke am Schanzengraben in Zürich. Die Kanäle und Hohlräume innerhalb der Brücke sind zu einem unbeabsichtigten Lebensraum für Wasserfledermäuse geworden. Sie profitieren davon, dass sich der Asphalt tagsüber erwärmt und die Hohlräume diese Wärme speichern. Aufgrund des geschützten und gefährdeten Status der Fledermäuse steht die Brücke unter nationalem Schutz; derzeit wird eine Reduktion der Lichtemissionen geprüft. Bild: © Sophia Heller.

Künstliches Licht steht im Zentrum eines urbanen Spannungsverhältnisses: Es erweitert die Nutzbarkeit der Stadt in die Nacht hinein und trägt zu Orientierung, Sicherheit und gesellschaftlichem Leben bei. Gleichzeitig verändert es ökologische Rhythmen, fragmentiert Lebensräume und beeinträchtigt zahlreiche nachtaktive Arten.

Dieser «double bind» der nächtlichen Urbanisierung steht im Lunch Talk vom 10. Dezember im Fokus. Nitin Bathla und Norman Backhaus gehen der Frage nach, wie Licht nicht nur als technische Infrastruktur, sondern relational gedacht werden kann – als urbanes Phänomen, das Menschen, andere Lebewesen, Technologien, Räume und politische Entscheidungen miteinander verbindet.

Anhand des Forschungsprojekts Spotlight wird diskutiert, was «Nocturnal Rewilding» bedeuten könnte: nicht die vollständige Verdunkelung der Stadt, sondern die gemeinsame Gestaltung differenzierter, ökologisch sensibler und sozial zugänglicher urbaner Nächte.





Nitin Bathla
Nitin Bathla ist Leiter der Forschungsgruppe Infrastrukturgeografie am Geographischen Institut der Universität Zürich. Seine Forschung verbindet urbane politische Ökologie, Infrastrukturforschung und künstlerische Methoden. Im Projekt Spotlight untersucht er die politische Ökologie der nächtlichen Urbanisierung und öffentlichen Beleuchtung in der Schweiz.︎︎︎


Norman Backhaus
Norman Backhaus ist Titularprofessor für Humangeografie und leitet die Abteilung Space, Nature and Society am Geographischen Institut der Universität Zürich. Seine Forschung beschäftigt sich mit Mensch-Umwelt-Beziehungen, nachhaltiger Entwicklung sowie der Wahrnehmung und Aushandlung ökologischer Transformationen. Im Projekt Spotlight untersucht er gemeinsam mit seinem Team die gesellschaftlichen Dimensionen urbaner Lichtlandschaften. ︎︎︎


︎︎︎ Forschungsprojekt Spotlight: Sustainability Potential of Outdoor Light Technology